Die Zukunft der Freien – die Freien der Zukunft

Gäste am Podium: Medienjournalist Harald Fidler (Der Standard), Doris Raßhofer (Chefredakteurin des Bestseller), Moderatorin Astrid Kuffner (Medienjournalistin und Vorstandsmitglied), Herbert Geyer (Betriebsrat beim Wirtschaftsblatt).

Podiumsgäste: Medienjournalist Harald Fidler (Der Standard), Doris Raßhofer (Chefredakteurin des Bestseller), Moderatorin Astrid Kuffner (Medienjournalistin und Vorstandsmitglied), Herbert Geyer (Betriebsrat beim Wirtschaftsblatt).
Foto: (c) Sabine Karrer

Am 18.11. haben die Freischreiber Österreich zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Zukunft der Freien – die Freien der Zukunft“ ins „Depot“ in Wien eingeladen.

Podiumsgäste waren Harald Fidler, Medienjournalist bei Der Standard, Herbert Geyer, Betriebsrat beim Wirtschaftsblatt, Doris Raßhofer, Chefredakteurin des Bestseller und die junge Journalistin Eva-Maria Reisinger, die in ihrem Blog über die „Generation Praktikum“ geschrieben hat. Moderiert hat Astrid Kuffner, Medienjournalistin und Vorstandsmitglied von Freischreiber Österreich.

Anfangs dachten wir, dass wir die Diskussion gleich wieder beenden könnten, denn Harald Fidler und Herbert Geyer berichteten, dass es bei Tageszeitungen aufgrund der Interventionen der Gebietskrankenkassen und des neuen Kollektivvertrags für Print und Online kaum noch ständige freie MitarbeiterInnen gibt. Aus Sicht des Betriebsrates ist das
wünschenswert, Harald Fidler hätte ab und zu aber gerne das Budget, Freie für besondere Geschichten „zur Kür“ einzuladen.

Podiumsgäste: Medienjournalist Harald Fidler (Der Standard) neben Doris Raßhofer (Chefredakteurin des Bestseller), Moderatorin Astrid Kuffner (Medienjournalistin und Freischreiber-Vorstandsmitglied), Jungjournalistin Eva-Maria Reisinger (Blog über „Generation Praktikum“) und Herbert Geyer (Betriebsrat beim Wirtschaftsblatt)

Am Podium diskutierten: Medienjournalist Harald Fidler (Der Standard) neben Doris Raßhofer (Chefredakteurin des Bestseller), Moderatorin Astrid Kuffner (Medienjournalistin und Freischreiber-Vorstandsmitglied), Jungjournalistin Eva-Maria Reisinger (Blog über „Generation Praktikum“) und Herbert Geyer (Betriebsrat beim Wirtschaftsblatt)

Bei Magazinen seien „echte“ freie JournalistInnen aber gut aufgehoben, sagte Doris Raßhofer. Sie ermöglichen eine größere Vielfalt an Themen und Darstellungsformen und schaffen für die Redaktion mehr Flexibilität. Am liebsten seien ihr MitarbeiterInnen, die sich auf bestimmte Themen spezialisiert haben, ungewöhnliche Zugänge und gute
Interviewpartner in diesen Bereichen anbieten können. Obwohl sie selbst nie als freie Journalistin gearbeitet habe, verstehe sie die Anliegen und die Arbeitssituation der Freien gut, sagte Raßhofer, und sie versuche auch, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, zum Beispiel nach rascher Überweisung der Honorare. Dafür erwarte sie aber auch professionelle Arbeit.

Diese Einstellung ist in der Branche aber nicht überall Usus. Sie erhalte immer wieder Angebote für Jobs, die gar nicht oder sehr schlecht bezahlt werden, erzählt Eva-Maria Reisinger. Sie und ihre KollegInnen von den Fachhochschulen, die sehr gut ausgebildet seien, müssten den Redaktionen klar machen, dass der Journalismus für sie kein Hobby sei und sie nicht von ihren Eltern finanziert würden, sagte sie. Wenn sich ein Medium eine anständige Bezahlung der freien MitarbeiterInnen nicht leisten könne, müsse es das eben
bleiben lassen. Wenn mehr Freie „Nein“ sagen würden zu Dumpinghonoraren, wäre es wirkungsvoll, betonte sie.

Diese Forderung unterstützt auch der Betriebsrat Herbert Geyer, der sich früher, solange es noch Freie beim Wirtschaftsblatt gab, immer für sie eingesetzt hat. Er schlug vor, eine Art Jobbörse einzurichten, bei der Redaktionen nach ExpertInnen für bestimmte Themen suchen können. Die Website von Freischreiber Österreich bietet ihren Mitgliedern eine solche Möglichkeit.

Doris Raßhofer ermunterte die freien JournalistInnen auch dazu, sich nicht immer gleich mit dem angebotenen Honorar abzufinden. Wenn eine Geschichte höheren Aufwand erfordere, dann solle man auch ein höheres Honorar verlangen. Sie hat die Erfahrung
gemacht, dass das sehr selten geschieht.